Fundstück: Der etwas andere Arzt - Facharzt öffentliches Gesundheitswesen

Arzt im öffentlichen Dienst? Eine Seltenheit. Mit der Weiterbildung zum Facharzt für Öffentliches Gesundheitswesen ist der Weg frei für einen Arbeitsplatz unter anderem beim Gesundheitsamt mit der Möglichkeit der Verbeamtung

Wer als Arzt nicht in einer Klinik, Arztpraxis oder an einer Universität arbeiten möchte, hat die Möglichkeit im öffentlichen Dienst tätig zu sein. Für die Tätigkeit im Öffentlichen Dienst benötigen interessierte Ärzte die Weiterbildung zum Facharzt für Öffentliches Gesundheitswesen.

Theoretischer Teil der Weiterbildung

Voraussetzungen für die Weiterbildung ist ein abgeschlossenes Medizinstudium. Bisher gibt es in Deutschland an keiner Universität eine entsprechende Fakultät. Durchgeführt werden kann der theoretische Teil der Weiterbildung beispielsweise an der Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen in Düsseldorf. Die Akademie hat einen Standort in Berlin sowie in Düsseldorf.

Der theoretische Weiterbildungskurs umfasst Grundlagen der öffentlichen Gesundheitssicherung, der Epidemiologie, der Statistik, des Gesundheitsschutzes, des hygienischen Qualitätsmanagement und der Prävention sowie des Risikomanagements.

Die Dauer der Weiterbildung beträgt 5 Jahre und ist wie folgt aufgeteilt:

  • 36 Monate: Patientenversorgung (6 Monate davon im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie)
  • 18 Monate: in einer Einrichtung des Öffentlichen Gesundheitswesens (9 Monate davon an einem Gesundheitsamt)
  • 6 Monate (720 Stunden): theoretischer Weiterbildungskurs für Öffentliches Gesundheitswesen


Innerhalb der einzelnen Bundesländer kann es abweichende Regelungen geben. Geregelt wird die Weiterbildung durch die Weiterbildungsordnung der zuständigen Ärztekammer.

Praktischer Teil der Weiterbildung

Zu den Einrichtungen des Öffentlichen Gesundheitswesens, in denen der praktische Teil der Weiterbildung absolviert werden kann, gehören die Gesundheitsbehörden des Bundes, der Länder oder der Kreise, ärztlich geleitete Dienststellen und Einrichtungen der Arbeitsschutzverwaltung, der Sozialleistungsträger, der Polizei, der Bundesweht oder des Justizvollzugs. Diese Einrichtungen werden für den praktischen Teil der Weiterbildung von der Ärztekammer anerkannt.

Berufsbild eines Facharztes im Öffentlichen Gesundheitswesen

Zu den Aufgaben eines Facharztes im Öffentlichen Gesundheitswesen gehören unter anderem Tätigkeiten im Bereich des Gesundheitsschutzes, der Gesundheitsförderung und der Gesundheitsberichtserstattung.
Beispielhafte Aufgaben sind Beratungen innerhalb von Aufklärungskampagnen zum gesunden Lebensstil und der Prävention von Infektions- und Suchterkrankungen sowie Umgebungsuntersuchungen und Aufstellung von Schutzmaßnahmen bei Infektionserkrankungen. Die Aufgaben unterscheiden sich je nach dem im welcher öffentlichen Einrichtung der Facharzt tätig ist. Weitere mögliche Aufgaben sind die Durchführung von ärztlichen Schuleingangsuntersuchungen oder Untersuchungen bei den Erstaufnahmeeinrichtungen von Flüchtlingen.

Perspektive nach abgeschlossener Weiterbildung

In Deutschland sind im Öffentlichen Gesundheitswesen nur ca. 1.600 Ärzte tätig. Wer sich für die Arbeit im Öffentlichen Dienst entscheidet, kann mit abwechslungsreichen Tätigkeiten, flexiblen Arbeitszeiten sowie flachen Hierarchien rechnen.

Warum sich viele gegen eine Laufbahn im Öffentlichen Dienst entscheiden, liegt an dem Gehaltsniveau im Öffentlichen Dienst, da dieses oft geringer ist, als in Kliniken. Um diese Diskrepanz auszugleichen und das Gehaltsniveau anzupassen, werden von manchen Städten außertarifliche Zulagen gewährt und mit der Verbeamtung geworben. Des Weiteren gewähren die Städte teilweise eine Nebentätigkeit und bieten Teil- oder Gleitzeit an.

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